Zum Hauptinhalt springen

Herzwurmkrankheit (Dirofilariose) beim Hund

Geschrieben von Hundeliebe-grenzenlos am .

Was ist die Herzwurmkrankheit?

Die Herzwurmkrankheit, auch Dirofilariose genannt, ist eine parasitäre Erkrankung des Hundes. Verursacht wird sie durch den Fadenwurm Dirofilaria immitis, dessen ausgewachsene Würmer sich vor allem in den Lungenarterien und im rechten Herzen ansiedeln.

Die Erkrankung gehört zu den sogenannten Mittelmeerkrankheiten und kommt besonders häufig in südlichen Ländern vor. Durch den zunehmenden Reiseverkehr von Menschen und Tieren sowie die Ausbreitung bestimmter Stechmückenarten gewinnt sie jedoch auch in Mitteleuropa zunehmend an Bedeutung.

Wie erfolgt die Ansteckung?

Anders als bei vielen anderen Mittelmeerkrankheiten erfolgt die Übertragung nicht durch Zecken, sondern durch Stechmücken.

Sticht eine infizierte Mücke einen Hund, gelangen winzige Herzwurmlarven in den Körper. Dort entwickeln sie sich über mehrere Monate weiter und wandern schließlich in die Blutgefäße der Lunge sowie in die rechte Herzhälfte.

Bis aus den Larven ausgewachsene Würmer entstehen, vergehen in der Regel etwa sechs bis sieben Monate.

Wo kommt die Herzwurmkrankheit vor?

Besonders verbreitet ist die Erkrankung in:

  • Spanien
  • Portugal
  • Italien
  • Griechenland
  • Kroatien
  • Rumänien
  • Ungarn
  • Teilen Frankreichs

Durch den Klimawandel und die Ausbreitung geeigneter Mückenarten wurden inzwischen auch vereinzelt lokale Übertragungen in Deutschland und anderen mitteleuropäischen Ländern nachgewiesen.

Welche Schäden verursachen Herzwürmer?

Die erwachsenen Würmer können eine Länge von bis zu 30 Zentimetern erreichen. Sie leben in den Blutgefäßen zwischen Herz und Lunge und behindern dort den normalen Blutfluss.

Je mehr Würmer vorhanden sind, desto größer ist die Belastung für Herz und Kreislauf.

Mögliche Folgen sind:

  • Entzündungen der Blutgefäße
  • erhöhter Blutdruck in den Lungengefäßen
  • Belastung des rechten Herzens
  • Herzschwäche
  • Lungenschäden
  • Durchblutungsstörungen

Bei starkem Befall kann die Erkrankung lebensbedrohlich werden.

Symptome

Das Tückische an der Herzwurmkrankheit ist, dass viele Hunde über Monate oder sogar Jahre keine deutlichen Symptome zeigen.

Erste Anzeichen können sein:

  • schnelle Ermüdung
  • verminderte Belastbarkeit
  • Husten
  • Kurzatmigkeit
  • Gewichtsverlust
  • Leistungsschwäche

Bei fortgeschrittenem Befall treten häufig auf:

  • starke Atemprobleme
  • Ohnmachtsanfälle
  • Flüssigkeitsansammlungen im Bauchraum
  • Herzinsuffizienz

In schweren Fällen kann es zum sogenannten Vena-Cava-Syndrom kommen. Dabei blockieren große Mengen von Würmern den Blutfluss zum Herzen. Dieser Zustand stellt einen tiermedizinischen Notfall dar.

Diagnose

Zur Diagnose stehen heute verschiedene Untersuchungsmethoden zur Verfügung.

Antigentest

Der häufigste Test weist Bestandteile erwachsener weiblicher Herzwürmer im Blut nach.

Mikrofilariennachweis

Hierbei wird untersucht, ob sich Herzwurmlarven im Blut befinden.

Ultraschalluntersuchung

In manchen Fällen können die Würmer direkt im Herzen oder in den großen Blutgefäßen sichtbar gemacht werden.

Röntgenuntersuchung

Zeigt mögliche Veränderungen an Herz und Lunge.

Da die Entwicklung der Würmer mehrere Monate dauert, sollte ein negativer Test kurz nach der Einreise eines Hundes gegebenenfalls später wiederholt werden.

Behandlung

Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung.

Mögliche Bestandteile der Therapie sind:

  • spezielle Medikamente gegen die Larvenstadien
  • Medikamente gegen erwachsene Herzwürmer
  • entzündungshemmende Medikamente
  • strikte Bewegungseinschränkung

Besonders wichtig ist die körperliche Schonung während der Behandlung. Sterben die Würmer ab, können sie kleine Blutgefäße verstopfen. Deshalb müssen betroffene Hunde oft über mehrere Wochen oder Monate körperlich ruhig gehalten werden.

In schweren Fällen kann auch eine operative Entfernung der Würmer notwendig sein.

Prognose

Wird die Erkrankung frühzeitig erkannt, bestehen häufig gute Behandlungsmöglichkeiten.

Die Prognose hängt unter anderem ab von:

  • Anzahl der vorhandenen Würmer
  • Dauer der Infektion
  • Zustand von Herz und Lunge
  • allgemeinem Gesundheitszustand des Hundes

Viele Hunde können nach erfolgreicher Behandlung wieder ein normales und aktives Leben führen.

Vorbeugung

Der beste Schutz besteht darin, eine Infektion bereits vor der Ansteckung zu verhindern.

Dazu gehören:

  • wirksamer Mückenschutz
  • regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen
  • vorbeugende Medikamente in Risikogebieten
  • Kontrolle von Auslandshunden nach der Einreise

Besonders bei Reisen in südliche Länder sollte rechtzeitig mit dem Tierarzt über geeignete Schutzmaßnahmen gesprochen werden.

Hinweis zum Zecken- und Mückenschutz

Zum Schutz vor Zecken und Mücken werden häufig Spot-on-Präparate, Halsbänder oder Kautabletten eingesetzt. Die darin enthaltenen Wirkstoffe greifen in der Regel in das Nervensystem der Parasiten ein und sorgen dafür, dass Zecken und Mücken abgetötet oder abgewehrt werden. Viele Hunde vertragen diese Präparate gut, dennoch wünschen sich manche Halter einen möglichst natürlichen Schutz oder möchten die Anwendung chemischer Wirkstoffe reduzieren.

Ergänzend werden daher auch natürliche Alternativen wie Neemöl, Geraniol oder Lavendelöl genutzt. Diese Stoffe können auf Parasiten abschreckend wirken, ihre Wirksamkeit ist jedoch individuell unterschiedlich und erreicht nicht immer die Schutzwirkung zugelassener Tierarzneimittel. Insbesondere in Regionen mit einem hohen Risiko für die Übertragung von Mittelmeerkrankheiten sollten natürliche Mittel daher nur nach sorgfältiger Abwägung eingesetzt werden.

Fazit

Die Diagnose Herzwurmkrankheit klingt für viele Hundehalter zunächst beängstigend. Tatsächlich handelt es sich um eine ernstzunehmende Erkrankung, die jedoch heute gut bekannt ist und in vielen Fällen erfolgreich behandelt werden kann.

Für Adoptanten eines Hundes aus dem Auslandstierschutz ist vor allem wichtig zu wissen: Ein positiver Herzwurmbefund bedeutet nicht automatisch eine schlechte Prognose. Viele betroffene Hunde können nach einer angemessenen Behandlung ein langes, glückliches und völlig normales Leben führen.

Seriöse Tierschutzorganisationen lassen ihre Hunde vor der Ausreise untersuchen und informieren offen über vorhandene Befunde. Regelmäßige Kontrollen, eine gute tierärztliche Betreuung und eine realistische Einschätzung der Erkrankung helfen dabei, Risiken frühzeitig zu erkennen und erfolgreich zu behandeln.

Die Herkunft eines Hundes sollte daher niemals der Grund sein, ihm keine Chance auf ein liebevolles Zuhause zu geben. Viele ehemalige Straßen- und Tierschutzhunde bereichern das Leben ihrer Familien über viele Jahre – unabhängig davon, aus welchem Land sie stammen.

Kommentareingabe einblenden