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Hepatozoonose beim Hund

Geschrieben von Hundeliebe-grenzenlos am .

Was ist Hepatozoonose?

Die Hepatozoonose ist eine parasitäre Infektionskrankheit des Hundes, die durch einzellige Parasiten der Gattung Hepatozoon verursacht wird. Im Mittelmeerraum ist vor allem Hepatozoon canis von Bedeutung.

Im Gegensatz zu vielen anderen Mittelmeerkrankheiten erfolgt die Ansteckung nicht durch einen Zeckenstich. Der Hund infiziert sich in der Regel, indem er eine infizierte Zecke verschluckt, beispielsweise beim Knabbern am Fell oder während der Fellpflege.

Die Erkrankung gehört zu den weniger bekannten Mittelmeerkrankheiten, wird jedoch bei Hunden aus südlichen Ländern immer wieder festgestellt.

Wie erfolgt die Ansteckung?

Der wichtigste Überträger ist die Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus).

Eine Infektion entsteht meist, wenn:

  • eine infizierte Zecke verschluckt wird
  • Hunde beim Putzen ihres Fells Zecken aufnehmen
  • Hunde auf Zecken herumkauen

Nach der Aufnahme gelangen die Parasiten über den Darm in den Körper und verbreiten sich über Blut- und Lymphbahnen.

Dort können sie verschiedene Organe sowie Muskulatur und Knochenmark befallen.

Verbreitung

Hepatozoonose kommt vor allem in warmen Regionen vor:

  • Spanien
  • Portugal
  • Italien
  • Griechenland
  • Kroatien
  • Zypern
  • Türkei

Bei Hunden aus dem Auslandstierschutz wird die Erkrankung gelegentlich auch nach der Einreise nach Deutschland diagnostiziert.

Eine direkte Übertragung von Hund zu Hund findet normalerweise nicht statt.

Inkubationszeit

Die Zeit zwischen Infektion und Auftreten erster Symptome kann stark variieren.

Manche Hunde bleiben über Jahre symptomfrei, während andere innerhalb weniger Wochen oder Monate Krankheitsanzeichen entwickeln.

Symptome

Viele infizierte Hunde zeigen überhaupt keine Symptome und leben dauerhaft beschwerdefrei.

Kommt es zu einer Erkrankung, können folgende Symptome auftreten:

  • Fieber
  • Mattigkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Gewichtsverlust
  • Muskelschmerzen
  • Bewegungsunlust
  • allgemeine Schwäche

Typisch sind außerdem:

  • Muskelentzündungen
  • steifer Gang
  • Lahmheiten
  • Schmerzen beim Aufstehen oder Laufen

Bei stärkerem Befall können zusätzlich auftreten:

  • geschwollene Lymphknoten
  • Blutarmut
  • Augenerkrankungen
  • Verdauungsprobleme

Da die Symptome sehr unspezifisch sind, wird die Erkrankung häufig erst nach gezielten Untersuchungen erkannt.

Warum zeigen viele Hunde keine Symptome?

Ein positiver Hepatozoonose-Test bedeutet nicht automatisch, dass ein Hund krank ist.

Viele Hunde tragen den Erreger in sich, ohne jemals Beschwerden zu entwickeln. Das Immunsystem hält die Parasiten häufig erfolgreich unter Kontrolle.

Erst bei Stress, anderen Erkrankungen oder einer Schwächung des Immunsystems können Symptome auftreten.

Diagnose

Die Diagnose erfolgt meist durch mehrere Untersuchungsmethoden.

Blutuntersuchung

Häufig finden sich Hinweise auf Entzündungen oder Veränderungen bestimmter Blutwerte.

PCR-Test

Die PCR weist das Erbgut des Parasiten direkt nach und gehört zu den zuverlässigsten Nachweismethoden.

Mikroskopischer Nachweis

In manchen Fällen können die Parasiten direkt in bestimmten weißen Blutkörperchen erkannt werden.

Da die Parasiten nicht ständig in gleicher Menge im Blut vorhanden sind, kann die Diagnose manchmal etwas schwieriger sein als bei anderen Mittelmeerkrankheiten.

Behandlung

Die vollständige Beseitigung des Erregers ist nicht immer möglich.

Ziel der Behandlung ist daher häufig:

  • die Parasitenzahl zu reduzieren
  • Symptome zu lindern
  • die Lebensqualität zu verbessern

Je nach Befund kommen verschiedene Medikamente zum Einsatz.

Viele Hunde sprechen gut auf die Therapie an und können über lange Zeit symptomfrei leben.

Prognose

Die Prognose hängt stark davon ab, ob Symptome auftreten und wie stark der Hund betroffen ist.

Besonders wichtig zu wissen:

Viele positiv getestete Hunde entwickeln niemals eine Erkrankung.

Selbst bei symptomatischen Hunden lassen sich die Beschwerden häufig gut kontrollieren.

Regelmäßige tierärztliche Kontrollen helfen dabei, Veränderungen frühzeitig zu erkennen.

Vorbeugung

Da die Infektion über Zecken erfolgt, ist eine konsequente Zeckenkontrolle die wichtigste Vorsorgemaßnahme.

Empfohlen werden:

  • regelmäßige Fellkontrollen
  • rasches Entfernen von Zecken
  • Vermeidung eines starken Zeckenbefalls
  • Aufmerksamkeit bei Hunden aus Risikogebieten

Hinweis zum Zecken- und Mückenschutz

Zum Schutz vor Zecken und Mücken werden häufig Spot-on-Präparate, Halsbänder oder Kautabletten eingesetzt. Die darin enthaltenen Wirkstoffe greifen in der Regel in das Nervensystem der Parasiten ein und sorgen dafür, dass Zecken und Mücken abgetötet oder abgewehrt werden. Viele Hunde vertragen diese Präparate gut, dennoch wünschen sich manche Halter einen möglichst natürlichen Schutz oder möchten die Anwendung chemischer Wirkstoffe reduzieren.

Ergänzend werden daher auch natürliche Alternativen wie Neemöl, Geraniol oder Lavendelöl genutzt. Diese Stoffe können auf Parasiten abschreckend wirken, ihre Wirksamkeit ist jedoch individuell unterschiedlich und erreicht nicht immer die Schutzwirkung zugelassener Tierarzneimittel. Insbesondere in Regionen mit hohem Zeckendruck sollten natürliche Mittel daher nur nach sorgfältiger Abwägung eingesetzt werden.

Fazit

Die Hepatozoonose gehört zu den am wenigsten bekannten Mittelmeerkrankheiten und sorgt deshalb bei vielen Adoptanten zunächst für Verunsicherung. Tatsächlich ist ein positiver Test jedoch kein Grund zur Panik.

Viele Hunde tragen den Erreger lebenslang in sich, ohne jemals ernsthaft zu erkranken. Selbst wenn Symptome auftreten, können diese in vielen Fällen erfolgreich behandelt oder kontrolliert werden. Ein positiver Befund bedeutet daher nicht, dass ein Hund keine gute Zukunft vor sich hat.

Für Adoptanten ist vor allem wichtig zu wissen, dass regelmäßige tierärztliche Kontrollen und eine gute Beobachtung des Hundes meist ausreichen, um mögliche Probleme frühzeitig zu erkennen. Die große Mehrheit der betroffenen Hunde führt ein glückliches, aktives und erfülltes Leben.

Wie bei allen Mittelmeerkrankheiten gilt: Wissen schafft Sicherheit. Wer informiert ist und seinen Hund gut betreut, muss sich von einer Diagnose nicht entmutigen lassen. Die Herkunft eines Hundes sagt nichts darüber aus, wie viel Liebe, Lebensfreude und Treue er seiner Familie schenken kann.

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