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Anaplasmose beim Hund

Geschrieben von Hundeliebe-grenzenlos am .

Was ist Anaplasmose?

Anaplasmose ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die durch Zecken übertragen wird. Verursacht wird sie durch Bakterien der Gattung Anaplasma, die bestimmte Blutzellen des Hundes befallen.

Bei Hunden spielt vor allem Anaplasma phagocytophilum eine Rolle. Die Erreger dringen in weiße Blutkörperchen ein und können dort Entzündungsreaktionen im gesamten Körper auslösen.

Die Erkrankung zählt zu den sogenannten Vektorkrankheiten und wird häufig im Zusammenhang mit den Mittelmeerkrankheiten erwähnt, obwohl sie inzwischen auch in Deutschland weit verbreitet ist.

Wie erfolgt die Ansteckung?

Die Übertragung erfolgt hauptsächlich durch den Stich infizierter Zecken.

Als wichtigste Überträger gelten:

  • der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus)
  • weitere Zeckenarten in Europa

Die Zecke muss meist mehrere Stunden am Hund saugen, bevor die Bakterien übertragen werden. Eine direkte Ansteckung von Hund zu Hund findet normalerweise nicht statt.

Verbreitung

Anaplasmose kommt in weiten Teilen Europas vor.

Besonders häufig wird sie nachgewiesen in:

  • Spanien
  • Portugal
  • Italien
  • Frankreich
  • Griechenland
  • Kroatien

Da die übertragenden Zecken auch in Deutschland heimisch sind, handelt es sich längst nicht mehr um eine reine Reisekrankheit.

Inkubationszeit

Die Zeit zwischen Infektion und ersten Krankheitsanzeichen beträgt meist:

  • 1 bis 3 Wochen

Nicht jeder infizierte Hund entwickelt jedoch Symptome.

Symptome

Viele Hunde bleiben trotz Infektion symptomlos oder zeigen nur milde Beschwerden. Treten Krankheitszeichen auf, können diese sehr unterschiedlich sein.

Typische Symptome sind:

  • Fieber
  • Mattigkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Gewichtsverlust
  • geschwollene Lymphknoten

Häufig treten außerdem auf:

  • Lahmheiten
  • Gelenkschmerzen
  • Muskelverspannungen
  • Bewegungsunlust

Da die Erkrankung die Blutgerinnung beeinflussen kann, sind gelegentlich auch folgende Symptome möglich:

  • Nasenbluten
  • kleine Hautblutungen
  • Blut im Urin
  • verlängerte Blutungszeiten

In seltenen Fällen können neurologische Symptome auftreten.

Chronische Verläufe

Bei manchen Hunden bleibt die Infektion lange unbemerkt. Obwohl viele Tiere lebenslang symptomfrei bleiben, kann es in Einzelfällen zu wiederkehrenden Krankheitsschüben kommen, insbesondere wenn das Immunsystem geschwächt ist.

Diagnose

Die Diagnose erfolgt durch verschiedene Untersuchungsmethoden.

Blutuntersuchung

Häufig zeigen sich Veränderungen wie:

  • verminderte Blutplättchenzahl
  • Entzündungszeichen
  • Veränderungen der weißen Blutkörperchen

Antikörpertest

Dieser weist nach, ob der Hund Kontakt mit dem Erreger hatte. Ein positiver Antikörpertest bedeutet jedoch nicht automatisch, dass eine aktive Erkrankung vorliegt.

PCR-Test

Die PCR weist das Erbgut der Bakterien direkt nach und gilt insbesondere in der frühen Krankheitsphase als sehr zuverlässig.

Behandlung

Anaplasmose lässt sich in den meisten Fällen gut behandeln. Standardtherapie ist ein Antibiotikum aus der Gruppe der Tetrazykline, meist Doxycyclin. Die Behandlung dauert in der Regel mehrere Wochen. Viele Hunde zeigen bereits wenige Tage nach Therapiebeginn eine deutliche Besserung ihres Allgemeinbefindens. Zusätzlich können je nach Symptomen unterstützende Maßnahmen erforderlich sein.

Prognose

Die Prognose ist insgesamt sehr gut.

Die meisten Hunde erholen sich nach einer rechtzeitig eingeleiteten Behandlung vollständig.

Schwere Komplikationen sind vergleichsweise selten.

Vorbeugung

Da die Erkrankung durch Zecken übertragen wird, spielt die Zeckenprophylaxe eine wichtige Rolle.

Empfohlen werden:

  • regelmäßige Zeckenkontrollen
  • frühzeitiges Entfernen von Zecken
  • geeignete Zeckenschutzmaßnahmen
  • Aufmerksamkeit bei Fieber oder Lahmheiten nach Zeckenkontakt

Hinweis zum Zecken- und Mückenschutz

Zum Schutz vor Zecken und Mücken werden häufig Spot-on-Präparate, Halsbänder oder Kautabletten eingesetzt. Die darin enthaltenen Wirkstoffe greifen in der Regel in das Nervensystem der Parasiten ein und sorgen dafür, dass Zecken und Mücken abgetötet oder abgewehrt werden. Viele Hunde vertragen diese Präparate gut, dennoch wünschen sich manche Halter einen möglichst natürlichen Schutz oder möchten die Anwendung chemischer Wirkstoffe reduzieren.

Ergänzend werden daher auch natürliche Alternativen wie Neemöl, Geraniol oder Lavendelöl genutzt. Diese Stoffe können auf Parasiten abschreckend wirken, ihre Wirksamkeit ist jedoch individuell unterschiedlich und erreicht nicht immer die Schutzwirkung zugelassener Tierarzneimittel. Insbesondere in Regionen mit hohem Zeckendruck sollten natürliche Mittel daher nur nach sorgfältiger Abwägung eingesetzt werden.

Fazit

Anaplasmose ist eine ernstzunehmende, aber in den meisten Fällen gut behandelbare Erkrankung. Viele infizierte Hunde entwickeln niemals Symptome, und selbst bei erkrankten Tieren sind die Heilungsaussichten bei frühzeitiger Diagnose meist sehr gut.

Für Adoptanten von Hunden aus dem Auslandstierschutz besteht daher kein Grund zur Sorge. Ein positiver Test bedeutet nicht automatisch, dass ein Hund krank ist oder später erkranken wird. Häufig zeigt der Befund lediglich, dass der Hund irgendwann Kontakt mit dem Erreger hatte.

Regelmäßige tierärztliche Kontrollen, Aufmerksamkeit gegenüber möglichen Symptomen und eine gute Zeckenprophylaxe helfen dabei, Risiken frühzeitig zu erkennen und zu minimieren.

Die Erfahrung vieler Tierschutzvereine zeigt, dass Hunde mit einem positiven Anaplasmose-Befund genauso lebensfroh, aktiv und familienfreundlich sein können wie jeder andere Hund. Mit Wissen statt Angst lässt sich diese Erkrankung gut einordnen und kontrollieren.

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