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Eine Chance auf Leben. Rettung aus einem Pound auf Zypern

Geschrieben von Angelika Oetker-Kast am .

Hunde sind seit Jahrtausenden unsere treuen Begleiter. Sie schenken uns Vertrauen, Zuneigung und bedingungslose Liebe, trotzdem landen jedes Jahr unzählige von ihnen in Tierheimen oder auf der Straße. Manche haben Glück und finden danach ein liebevolles Zuhause. Für viele andere beginnt ein Leben voller Entbehrungen, und für einige endet es viel zu früh.

 

Auf Zypern kommen viele Fund- und Straßenhunde zunächst in sogenannte Pounds, kommunale Auffangstationen, die verpflichtet sind, aufgegriffene Tiere aufzunehmen. Da häufig mehr Hunde eingeliefert werden, als Plätze vorhanden sind, herrscht in vielen dieser Einrichtungen große Enge. Die Tiere leben dort unter schwierigen Bedingungen, leiden unter Stress und haben oftmals nur eingeschränkten Zugang zu medizinischer Versorgung.

Im Pound entscheidet sich ihr Schicksal. Werden sie von ihren Menschen abgeholt, was aber nur selten passiert, oder von einer Tierschutzorganisation übernommen, kann alles gut werden. Ist dies nicht Fall, kann die Situation lebensbedrohlich werden. Je nach Station und den dort geltenden Abläufen droht ihnen nach einer kurzen Frist die Tötung. Auch Krankheiten lauern innerhalb der Mauern und besonders Welpen sind in dieser Umgebung gefährdet, da ihr noch schwaches Immunsystem sie anfällig macht und nicht alle überleben unter diesen Bedingungen die ersten Wochen.

Deshalb setzen private Tierschutzorganisationen alles daran, so viele Hunde wie möglich aus diesen Stationen zu retten. Doch ihre Möglichkeiten sind begrenzt.

Eine schwere Entscheidung

Erst letzte Woche erreichte das Argos ein dringender Hilferuf aus einem Pound, aus dem das Argos seit August schon insgesamt 40 Hunde aufgenommen hatte, von denen fünf bis jetzt vermittelt werden konnten. Die eigenen Kapazitäten waren also schon sehr beansprucht und eigentlich war kaum noch Platz vorhanden.

Jetzt aber ging es um eine Hündin, sie hatte gerade ihre Welpen zur Welt gebracht und unter den schwierigen Bedingungen im Pound hätten die Kleinen nur geringe Überlebenschancen gehabt. Kann man eine Hundemutter und ihre Welpen deshalb ihrem Schicksal überlassen?

Das Leben geht vor

Die Antwort war klar: Nein. Also wurde nicht lange gezögert, der Van mit frischen Transportboxen beladen und schon ging es los. Nach etwa 30 Minuten Fahrt erreichten wir den abgelegenen Pound auf einem Hügel.

Wir fanden die Hundemutter gemeinsam mit ihren Welpen in einem Außenzwinger, Sotiroulla brachte die kleine Familie behutsam in einer Transportbox nach Draußen und Steve fand einen sicheren Platz im Auto. Als wir anschließend das Hundehaus betraten, wurde jedoch schnell klar, wie groß die Not auch bei den anderen Vierbeinern war. Also entschieden die beiden spontan, drei weiteren Fellnasen ebenfalls eine Chance zu geben.

Eine Entscheidung, die jedes Mal aufs Neue schwerfällt.

Wer darf mitkommen, und wer muss zurückbleiben? Hinter jedem einzelnen Gitter warten hoffnungsvolle Augen. Jeder dieser Hunde hat ein Leben in Sicherheit, Geborgenheit und Liebe verdient. Doch so sehr wir helfen möchten, wir können nicht alle auf einmal retten. Zurücklassen zu müssen, obwohl man weiß, wie dringend jeder einzelne Hund Hilfe braucht, gehört zu den schmerzhaftesten Erfahrungen in der Tierschutzarbeit.

Endlich ankommen dürfen

Zurück im Argos wurden die Neuankömmlinge zunächst in Quarantäne untergebracht. Frische Decken, geschützte Rückzugsmöglichkeiten, gutes Futter und sauberes Wasser waren bereitgestellt von Menschen, die ihnen mit Geduld und ganz viel Liebe begegneten.

Für die Hundemutter und ihre Welpen war ein besonders ruhiger Platz gefunden, der Bereich abgedeckt, um die kleine Familie vor zu vielen Reizen zu schützen und ihr die Ruhe zu geben, die sie jetzt so dringend braucht. Nach all dem Stress dürfen sie erst einmal durchatmen. Sie können Kraft sammeln, sich sicher fühlen und Schritt für Schritt in ihrem neuen Alltag ankommen.

Das ist jedoch erst der Anfang. Wir wünschen uns für jeden einzelnen von ihnen, dass sie schon bald ihr eigenes Zuhause finden, bei Menschen, die sie lieben, die ihnen Vertrauen schenken und ihnen zeigen, dass die Welt ein freundlicher Ort sein kann. Ein Zuhause, in dem Geborgenheit selbstverständlich ist und niemand mehr um sein Leben bangen muss.

Fotos: Angelika Oetker-Kast

Helfen, damit wir weiterhelfen können

Jede Rettung bedeutet nicht nur Hoffnung, sondern auch Verantwortung. Die Hunde müssen tierärztlich untersucht, gegebenenfalls behandelt und geimpft werden. Manche benötigen spezielles Futter oder eine weiterführende medizinische Betreuung. Gleichzeitig müssen die Versorgung all der bereits aufgenommenen Tiere und der laufende Tierheimbetrieb sichergestellt werden.

All das kostet Geld. Viel Geld, das immer wieder neu organisiert werden muss.

Doch jeder gerettete Hund verdient diese Chance. Die Chance auf ein Leben ohne Angst, auf Fürsorge statt Vernachlässigung und auf Menschen, die ihn nicht im Stich lassen. Dabei zählt jeder freie Platz, jede helfende Hand und jede Spende.

Bitte helfen Sie uns, auch in Zukunft für die Hunde da sein zu können, die unsere Hilfe so dringend brauchen.

Mit Ihrer Spende ermöglichen Sie Futter, medizinische Versorgung und einen sicheren Schlafplatz. Vor allem aber schenken Sie den Hunden etwas, das eigentlich unbezahlbar ist: die Chance auf ein neues Leben.

Denn manchmal beginnt ein ganz neues Leben mit einer einzigen Entscheidung, der Entscheidung, nicht wegzusehen.


Spendenkonto: Nord-Ostsee Sparkasse

Argos Tierheim

IBAN: DE37 2175 0000 0186 0451 67
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