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Sandy Exley, Tierschützerin auf Zypern, hat uns einen tollen Bericht über Hardy gesendet.

Hardy, der grosse Schneemann aus dem Argos Shelter, war sicher ein besonderer Schütlzling von Sandy, bitte lesen Sie selbst...

Unsere Karin Then - Vennmann hat das Schreiben übersetzt - vielen Dank dafür!

 

 

Hardy, großer Schneemann,

als Hardy im AGRGOS-Shelter ankam, war er ein junger ungestümer Welpe von 5 Monaten. Zunächst schien er Menschen gegenüber ziemlich scheu zu sein, so als ob er ihnen nicht trauen würde. Wir wissen ja auch nicht, was er in seinem Leben schon alles erlebt hatte. Hardy liebte das Zusammensein mit anderen Hunden sehr; als er jedoch älter wurde, zeigte er sich sehr dominant ihnen gegenüber. Offensichtlich ver-suchte er, Rudelchef in seinem Auslauf zu werden. Nachdem er kastriert wurde, wur-de er viel ruhiger und zeigte keinerlei Aggressionen mehr – weder Hunden noch Menschen gegenüber. Fremden gegenüber hatte er große Angst, und er ging nur zu den Menschen, die ihn täglich fütterten.

Wenn jemand kam, um mit ihm Gassi zu gehen, wollte er seinen Auslauf und seine Hundekumpels nur dann verlassen, wenn einer der Helfer von ARGOS ihn aus dem Auslauf herausführte. Außerhalb des Shelter war er sehr ängstlich, weil er die vertraute Umgebung  inmitten seiner Freunde verlassen musste. Wenn jedoch einer seiner Hundefreunde bei dem Spaziergang dabei war und ihm Sicherheit gab, dann war er wie ausgewechselt, dann hatte er Spaß, besonders am Strand und wenn er schwimmen durfte.

Viele Monate vergingen, und Hardy wuchs zu einem sehr schönen Rüden heran. Die meisten Menschen zeigten aber kein Interesse an ihm, weil er so groß war und weil er nach hinten in den Auslauf lief, wenn Fremde sich näherten.

 

Eines Tages kam aber ein zypriotischer Polizist und sah ihn. Er hatte Erfahrung mit großen Hunden und wollte ihn mit auf seinen Hof nehmen, wo er frei herumlaufen durfte. Hardy ging nur sehr widerwillig mit ihm.

Nach nur vier Tagen wurde er dann aber  wieder zu-rückgebracht. Der Mann war mit Hardy unzufrieden, weil er nicht bellte. Für uns je-doch war das kein Problem sondern ein Segen. Ein ruhiger Hund ist doch viel ange-nehmer als ein Dauerbeller. Wir waren froh, dass Hardy wieder gesund zurückkam, aber auch traurig, weil es ganz so aussah, dass dieser sanfte Riese nie ein liebevolles Zuhause finden würde.

Dann geschah das Wunder… Frauke sah diesen hübschen Jungen auf der ARGOS Website und bat um genauere Infos und Fotos von ihm. Nach ganz kurzer Zeit er-reichte uns die wunderbare Nachricht, dass er ein endgültiges Zuhause in Deutschland gefunden hatte. Alle ehrenamtlichen Helfer des ARGOS hatten Grund zum Feiern: dies war ganz sicher der Beginn eines wundervollen neuen Lebens für Hardy.

An dem Tag, als ich die Nachricht bekam, dass Hardy vermittelt worden war, ging ich zum Shelter, um Hardy aus seinem Auslauf herauszuholen und ihn außerhalb des Shelter in einen separaten Zwinger mit eigenem Auslauf zu bringen. Wir versuchen, dies immer zu tun, wenn wir die Hunde auf ihre Ausreise nach Deutschland samt notwendigen Papieren vorbereiten. Dort bekommen sie ihr erstes Bad und extra Fellpflege.

Und hier sollte Hardy bis zu seiner Abreise bleiben. Hardy hatte aber andere Vorstellungen als ich. Er wollte um keinen Preis seine Hundekumpels verlassen. Alle seine Freunde bellten wie verrückt, als ich mich bemühte, Hardy aus dem Auslauf und vor das Tor zu bugsieren.

„Bitte nimm ihn uns nicht weg!!“, schienen sie zu rufen.  Da stand er nun vor dem Tor, der große Hardy, und weigerte sich wegzugehen. Ich setzte mich lange zu ihm, sprach zu ihm und versuchte, ihn zu beruhigen. Ich versprach ihm, dass alles so in Ordnung sei. Nach einiger Zeit rief ich einen der Arbeiter, den er gut kannte. Als Nick dann kam, ging Hardy mit schweren Schritten weg von seinen Freunden, schaute sich immer wieder um, denn sie bellten laut hinter ihm her. Ihr Freund ging weg von ihnen, und sie waren ganz unglücklich darüber. Mir tat Hardy in diesem Augenblick ein wenig leid, weil ich ihn aus seiner gewohnten Umgebung herausnahm – dort hatte er so lange Zeit verbracht, und nun ging es weit weg in eine ihm ganz unbekannte neue Welt...

In seinem Übergangszwinger hatte Hardy zunächst ein wenig Angst. Ich verbrachte an diesem Tag längere Zeit bei ihm, richtete ihm ein bequemes Körbchen und gab ihm schöne Spielsachen. Dann setzte ich mich auf einen Stuhl und redete mit ihm, bürstete ihn sorgfältig und sanft bis er sich langsam entspannte. Seit diesem Tag wusste ich einfach, dass er mich brauchte, und so besuchte ich ihn oft, badete ihn und pflegte sein Fell. Er begann dann mit seiner Rute zu wedeln und freute sich, wenn er meine Schritte hörte. Hardy wurde entspannter und baute langsam Vertrauen auf.

Er war sanft und liebevoll. Freiwillige nahmen ihn mit zu Spaziergängen, und er ging nach und nach immer selbstverständlicher mit, auch ohne die Begleitung ei-nes anderen Hundes. Ich konnte seine Furcht verstehen. Er hatte eben gar keine Erfahrung mit der Welt da draußen. War nie in einem Auto gefahren, kannte keinen Verkehr und nur die Geräusche im ARGOS-Shelter. Die Reise nach Deutschland würde ganz schön stressig für ihn werden. Allein der Flughafen würde ihm einen Rie-senschreck einjagen.

Eines Tages musste ich ihn dann zum Flughafen bringen, und ich wusste, dass ich Hilfe brauchen würde, denn Hardy ist so ein großer Hund, und ich bin ziemlich zierlich. Nick, den Arbeiter aus dem ARGOS, dessen Liebling Hardy immer gewesen war und dem Hardy traute, bat ich, uns zum Flughafen zu begleiten. Wir sprachen auf der Fahrt mit Hardy und machten ihm Mut. Am Flughafen angekommen, war Hardy plötz-lich wie ausgewechselt. Es schien als wüsste er, dass alles so in Ordnung war. Er ging ruhig in seine Transportbox und war ganz still. Vielleicht war er auch ängstlich, aber er verhielt sich jedenfalls ruhig. Mit Tränen in den Augen winkten wir ihm zum Abschied und hofften inständig, dass alles gut gehen würde.

Es war so eine riesige Erleichterung für uns, als wir den Bericht von Hardys neuen Besitzern lasen. Supertolle Fotos und die wunderbare Nachricht, dass er einen neu-en „Bruder“ hat. Das Leben könnte für Hardy (jetzt: Kalle) nicht besser sein. Wir danken allen  Beteiligten aus tiefstem Herzen dafür, dass Hardy nun eine schöne und glückliche Zukunft hat.

Wie ich auch in meinem Profil sagte: „ Für alle Hunde kommt irgendwann DER Tag.“ Und für Hardy ist er gekommen. Vielen Dank.

Sandy

ARGOS

Bitte siehe auch das Happy - End


Kommentare  

 
#2 Liebe Sandy,Hannelore und Wolfgang 2011-06-19 16:46
danke für Deinen bewegenden Bericht über Hardy´s Zeit im Argos-Shelter.

Für Hardy durfte ich am 02.05.2011 der Flugbegleiter sein und habe es erlebt, wie er sich beim ersten Betreten seiner Flugbox zunächst massiv weigerte, diese für ihn unbekannte Behausung zu betreten. Erst als es gelang, ihn rückwärts in seinen Transportbehälter "einzuparken", hatte ich damit gerechnet, dass es so beim Einchecken am Flughafen auch klappen könnte.

Als die Zeit für den Abflug aus Larnaca immer näher rückte und die Box für Hardy fertig gemacht war, wurde dieser kräftige Bursche von Nick an kurzer Leine an die Box herangeführt. Hardy machte kurz einen kleinen Diener und schon war er mit dem Kopf in der Box verschwunden. Der Rest seines Körpers folgte ihm. So einfach ging das.

Dieses Erlebnis war total unerwartet und überraschend für mich. Ich hoffte von diesem Zeitpunkt an, dass es bei der Boxenkontrolle ebenfalls so klappen würde. Denn dazu müsste er noch einmal seine für kurze Zeit schützenden Wände verlassen. Doch diese Kontrollen fanden nicht statt, die Boxen gingen ungeprüft in den Flieger.

Während des Rückfluges habe ich beinahe "kopfschüttelnd" über die scheinbare Wesensänderung von Hardy nachgedacht. Ganz vage ahnte ich, wodurch dieses von ihm gezeigte Verhalten hervorgerufen worden sein könnte, wusste es jedoch nicht sicher. Durch Deinen Bericht ist nun das Rätsel gelöst, dass Nick der Auslöser für das "Wunder" war.

Für die Beantwortung meiner stillen Frage möchte ich Dir, liebe Sandy, gerne auf diesem Wege Danke sagen, Du hast sie sehr beeindruckend beantwortet.

Dem großen Schneemann Hardy, der nun von seiner Familie Kalle genannt wird, wünsche ich für alle Zeit ein gesundes und glückliches Leben, und dass er immer den Menschen, denen er vertraut, folgen wird.

Liebe Grüße
Wolfgang
 
 
#1 Kalle alias HardyAnnette Voss 2011-06-18 10:14
Ich traf Hardy am 11.04. im Argos Shelter und
dachte, er hätte kaum eine Chance, das Tierheim
je zu verlassen.
Umso mehr freute ich mich, dass er hier in
Deutschland ein Zuhause gefunden hat.
Ich war zu Tränen gerührt.
Ich bedanke mich bei seinen neuen Haltern,
dass sie ihm ein so schönes Leben bereiten
von ganzem Herzen.
Er ist so ein bildhübscher Hund geworden,
man sieht ihm sein Glück an.
 

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