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Ein Hund aus dem Ausland? Bis dahin nicht daran zu denken…

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Ich lese zurzeit sehr häufig, das Pflegestellen für Auslandshunde gesucht werden. Ich finde es sehr schade, aber ich kann mir gut vorstellen, dass viel Unwissenheit und Angst dabei ist. Aus dem Grund habe ich mir vorgenommen, hier ein paar Sätze über das vergangene / erlebte zu berichten. Ich möchte einfach mal „kurz“ berichten, wie es ist, einen Hund aus dem Ausland aufzunehmen.

Bald jährt sich nun schon bald, dass Ray bei uns ist. Unglaublich, wie schnell die Zeit vergangen ist. Die Zeit ist relativ, dennoch schaut man zurück und entdeckt lauter Dinge, die sich „heimlich, still und leise“ in dieser Zeit verändert haben.

Wir haben schon immer Hunde in unserer Familie. Unsere Kinder sind schon als Babys mit den Hunden durch unser Wohnzimmer „gerobbt“, Gehversuche unternommen, indem sie sich an den Hunden festgehalten haben… Immer unter Aufsicht, immer mit Rücksicht auf den Hund, hier kam nie jemand zu Schaden.

Unsere Hunde waren immer von Züchtern, wir kannten sie von Baby an, holten sie persönlich dort ab… In Deutschland also nichts Ungewöhnliches. Ein Hund aus dem Ausland? Bis dahin nicht daran zu denken….

 

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In den letzten Jahren, das Internet hat in der Sichtweise einiges verändert, hat man sich immer mehr mit dem Thema „Straßenhunde“ und „Tierschutztiere“ beschäftigt.

Wir als Familie haben einen Brauch seit einigen Jahren, dass wir immer zum Ende des Jahres, bzw. zum Beginn des neuen Jahres, eine Geldspende an eine Organisation senden, die uns gefällt und die wir gerne unterstützen möchten. Wenn sich die Organisation in unserer Umgebung befand, haben wir auch immer Futter etc. hingefahren. Denn, jede noch so kleine Spende hilft und unterstützt da, wo es gebracht wird, wenn man sich die richtige Organisation aussucht.

Anfang des letzten Jahres haben wir einen Bericht über einen Rüden im Internet gesehen, der angefahren auf der Straße liegengelassen wurde. Menschen, die ihn vor Ort sahen, verständigten die Organisation und diese holte ihn ab.

Die ersten Bilder zeigten ihn in einem Plastikkörbchen liegen, er wurde per Hand liebevoll gefüttert. An selbständiges laufen war hier nicht zu denken. Bis dahin stand noch nicht fest. Die Bilder sprachen Bände. Instagram wurde jetzt mein täglicher Begleiter, da ich ja doch auf neue Infos sehr gespannt war.

Tage später dann kamen neue Bilder. Der Rüde stand, auf 3 Beinen, der Kopf war gesenkt, der Vorderlauf angehoben. Was wird aus dem hübschen Kerl wohl werden? Die Augen waren so traurig, die Körperhaltung war sehr unterwürfig, immer mit Vorsicht vor dem, was vielleicht kommen mag, aber dennoch dankbar für das, was er bis hier herbekam.

Meine Familie war in der Zwischenzeit bereits über diesen Rüden informiert, immer mit dem Nachsatz…. „oh… der arme Kerl…!“ Irgendwann fragte mein Mann, ob man nicht mal Kontakt zu der Orga aufnehmen könne, um sich nach ihm zu erkundigen. So schnell, wie meine Finger konnten, hing ich im Handy und „daddelte (schrieb)“ ich drauf los. „…könnte dem Tier eine Pflegestelle helfen? …was muss man machen, um eine Pflegestelle zu werden? …wie ist das mit den anfallenden Kosten? …wie ist es langfristig mit einem Ansprechpartner der Orga? …weiß man mehr über das Bein? …über den Unfall? …was wird mit dem Bein unternommen? …wie würde es für ihn in der Zukunft aussehen?“ Fragen über Fragen… Aber mit einer absoluten Geduld wurden all meine Fragen, über all die Tage beantwortet. Zum Wohle des Tieres!

„…das Beinchen wurde untersucht, er hat zurzeit keine Schmerzen, aber die Ärzte dort vor Ort sprechen davon, das Bein abzunehmen…!“ Oh nein,… Sämtliche Alarmglocken gingen an, ich schrieb unsere Tierärztin per WhatsApp an. Die Ärztin ist die beste, sie hat uns vor Jahren bei unserem damaligen Rüden geholfen, ihm einige großartigen Jahre zu schenken… Sie gibt nicht gleich auf, ich kann sie jeder Zeit anschreiben… Sie hat immer ein offenes Ohr… Wahnsinn!!!!

Es war bereits Abend, ich schrieb ihr eine WhatsApp, schickte auch ein Video, auf dem man ihn hat, laufen sehen! Das Video könne sie sich im Laufe des nächsten Tages ansehen, sich von der Motorik und der Bewegung ein Bild machen und mir dann ggf. Infos geben, sowohl über die Fragestellung, ob man das Bein retten könne, oder ob es auf jeden Fall ab müsse… Jetzt kommt es, was mich sprachlos gemacht hat… Sie schrieb mir eine kurze Antwort! Eine, mit der Frage: „…wie alt ist der Hund und wo befindet er sich…?“ Ich antwortete ihr, unverzüglich. Dann folgten Sprachnachrichten, die ich natürlich mit meinem Mann abhörte / anhörte und der Entschluss stand fest! Die Ärztin hatten wir „auf unserer Seite“, die würde zu uns kommen, wenn der Hund hier ist, um das Bein genauer zu betrachten. Der Entschluss stand fest. Das Gerüst, zum Wohle des Tieres, war aufgebaut! Wir werden eine Pflegestelle! Wahnsinn! Wir werden eine Pflegestelle und retten eine arme verletzte Seele…! Unglaublich!!! Dann suchen wir eine tolle Familie für das Tier und… OK!

Verträge, Telefonate, Gespräche, etc. mit der Orga. Die Mädels machen einen bombastischen Job!!! Wahnsinn!!!

Der 21.02.2021 soll es nun sein! Ankunft in Maastricht!!! Die Nacht zuvor wurde schon sehr unruhig geschlafen. Die Flugdaten wurden per App durchgegeben und wir haben den Flieger quasi, im Bett liegend, beobachtet. Nicht nur wir waren aufgeregt, sondern auch die Kinder… Eine App wurde gegründet, ich bin noch immer in dieser WhatsApp Gruppe, es wurde sich ausgetauscht, die Vorfreude wuchs.

In aller Früh ging es auf nach Maastricht. Unter Corona Bedingungen, spannend, erwartend, mit Vorfreude bestückt… Auf der Fahrt wurde weiterhin das Flugzeug „beobachtet“… Oh… Landung in Maastricht, wir noch auf der Autobahn… Hoffentlich geht alles gut, hoffentlich denken sie nicht, wir kommen nicht mehr, hoffentlich bekommen wir trotzdem den Hund, auch wenn wir noch nicht dort sind…. Die Gedanken fuhren Achterbahn. Kurze WhatsApp in die Gruppe: „…wir sind noch nicht vor Ort, sind aber bald dort…!“ Nachricht der Mädels zurück:“…fahrt vorsichtig, die Unterlagen und Tiere müssen erst noch kontrolliert werden.“ Ankunft! WhatsApp der Orga, wir erhalten eine kurze Nachricht / Anruf, wenn unser Hund „fertig“ ist und abgeholt werden kann.

Spannung steigt! Gedanken: „…Handy Ton an… Habe ich auch Empfang in Maastricht? Ich lege es mal lieber so, dass ich es sehen kann, nicht das es durch den „Lärm“ untergeht…!“ Nasse Hände, Herzklopfen, wirre Gedanken…. Die ersten Autos um uns herum erhalten ihre Nachricht, den Hund abzuholen… Wahnsinn, wie glücklich die Menschen alle sind, wie fröhlich die Hunde alle mitlaufen, wie zufrieden sie alle an ihre vorbereiteten Futter- und Wassernäpfe rennen… Wie wir das bei uns? Hoffentlich geht alles gut… Dann die ersehnte Nachricht! Wir alle los, um den Hund auf seine Pflegestelle zu holen. Einen Hund mit Handicap, einen verunfallten Hund, der nicht auf 4-Pfoten läuft, wie die andern hier… Angekommen, werden wir nach dem Namen gefragt, der Hund befindet sich noch in seiner Box. Zwei Mädels knien sich, öffnen die Türe und man erkennt nur eine zögerliche Nase, die mal ein wenig Luft schnuppert. Sie nahmen ihn aus der Box, er kauerte sich zusammen und während des Anziehens seines Geschirrs, machte er aus Angst unter sich….

Arme kleine Seele, was hast Du nur erleben müssen, in Deinem noch so jungen alter? Er bewegte sich keinen Millimeter. So wurde er durch die Mädels doch tatsächlich bis zum Auto getragen! Die Mädels sind echt der Knaller! Heimfahrt! Er in der Box, die Hündin, fachmännisch, angeschnallt bei den Kindern.

Die Fahrt war ruhig und leise. Keiner sagte einen Ton. Irgendwann fragten die Kinder mal kurz, ob er nun einen anderen Namen bekommen würde, wie die anderen adoptierten Hunde ja auch… Aber unsere Antwort war: „…das soll sich die Familie überlegen, die ihn adoptieren wird, wir sind ja nur die Pflegestelle…!“

Zu Hause angekommen, aus dem Auto rausgehoben, stand er, wie eine Statue… Also in den Garten reingetragen, hingestellt, da stand er wieder, wie eine Statue… ok, ins Haus getragen, hingesetzt, weil er ja doch ein großer Kerl ist… er stand wie eine Statue. Unsere Hündin freute sich, wollte spielen, hat das Spielen mit dem verstorbenen Rüden scheinbar schon vermisst, doch er wollte nicht, stand da, als wäre er gar nicht da, als wäre er unsichtbar. Die Hündin legte sich zu ihm, beschnupperte ihn im Liegen und nahm so den ersten Kontakt auf. Dann, er bewegte sich, legte er sich zu ihr und beschnupperte mit langem Hals ebenfalls. Die ersten Tage vergingen. Wir beschnupperten uns alle gegenseitig…! „…kennt er das Leben im Haus? .. weiß er, was stubenrein bedeutet? ...wie macht er, wenn er raus muss?“ OK, es hat nicht gleich funktioniert, das Beschnuppern, das Kennenlernen, das auf Zeichen achten. Der erste Haufen landete in der Küche, der erste richtige Pipi im Liegen auf dem Sofa…! Aber die Blicke dabei, man konnte ihm nicht böse sein.

Die Ärztin war in der Zwischenzeit da, um ihn anzusehen, zu untersuchen, das Bein, das er nicht nutzt, zu betrachten. Der Muskel war kaum noch vorhanden. Auf den Röntgenbildern, die mir die Orga zur Verfügung gestellt hat, sah man keinerlei Brüche, etc. Gefühl in den Zehen war nicht vorhanden. Schmerzen hat er jedoch auch nicht gezeigt. Innerhalb der zweiten Woche erhielt ich einen Anruf der Orga, sie haben einen Interessenten, der sich den Hund gerne ansehen wolle!! Ich war sprachlos. Wer holt sich denn einen Hund mit Handicap nach Hause…. So schnell??? Aufgelegt, hingesetzt, Familienrat!!! Tränen bei den Kindern, Blicke auf den Hund…. Was nun…. Hat man sich etwa so auf den Kerl gefreut, dass er da ist, dass man das Bein vielleicht retten kann, dass man ihm ein schönes Leben schenken wird?

Was soll ich sagen…!!! Wir gehören zu den sogenannten Pflegestellenversager und sind ganz schön stolz darauf. Nach einem Jahr, rückblickend, kann ich sagen, es war das Beste, was wir gemacht haben. Er fing nach einigen Tagen an, mit beiden Vorderbeinen zu buddeln, er wollte Mäuse jagen… Sein Jagdtrieb ist wahnsinnig vorhanden, sodass er noch immer schön die Leine trägt. Sein Muskel ist wieder aufgebaut, durch eigene Physio, durch eigene TENS-Übungen, viel Bewegung, viel Buddeln in Sand, Erde und Wasser…. Er blüht langsam auf, nach einem Jahr kann man sagen, er stiftet die Hündin zum Toben an, er bietet sich zum Spielen an, er hat Flausen im Kopf, gibt deutliche Zeichen, wenn er raus möchte, er hat sich toll in die Familie integriert, er meistert immer mehr „unheimliche“ Dinge... Er war mit im Urlaub auf dem Campingplatz im letzten Sommer, dort haben wir einige unheimliche Dinge neu kennengelernt…

Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass wir noch immer, jeden Tag lernen und neue Dinge erfahren. Wir sind noch lange nicht am Ziel angekommen, aber auf dem besten Wege. Wir stehen, wie Windmühlen und stärken ihn und geben ihm halt. Er dankt mit seiner nassen Nase, mit seiner Nähe, die er in der Zwischenzeit genießt, wenn er sich an mich kuschelt, je näher, desto besser. Er hat feste Zeiten, zu denen er raus möchte, er frisst und trinkt nur, wenn er Hunger / Durst hat, zeigt keinen Futterneid, da immer ausreichend da ist. Ok, er ist etwas verwöhnt worden, er liebt auch unser Essen, was er als Straßenhund sicher zuhauf hatte… Deshalb kommt er gerne zum Tisch, wenn wir essen. Da fällt auch immer was für beide ab. Besuch findet er noch unheimlich. Männer machen ihm Angst, Gegenstände in den Händen machen ihm Angst, laute / große Autos / LKWs machen Angst, auch schnelle Radfahrer machen Angst. Aber soll ich was sagen, uns machen auch manche Dinge Angst, wir brauchen auch den ein oder anderen Halt und jemandem, der uns den Rücken stärkt!

Unsere Ärztin kommt Routinemäßig zur Impfung etc. vorbei und sieht die Fortschritte, die er macht. Sie ist total begeistert! Die Dankbarkeit und die Liebe, die er uns zurückgibt, ist das schönste, was man erhalten kann. Wir würden / wir werden jeder Zeit wieder so handeln und einem solchen Hund die Chance geben. Jetzt habe ich so viel geschrieben, jetzt schreibe ich den Satz, den ich als wichtig ansehe, auch noch. :-)

Die Orga, die Mädels, die hier ihre „Arbeit“ machen, die täglich da sind, immer vor Ort sind, immer die Kontakte herstellen, bei dem Abholort tätig sind und bei Instagram und Facebook posten und berichten…! Chapeau!! Ihr „seit der Wahnsinn“!

Nicht nur damals und während der ersten Zeit hat man Kontakt zu den Mädels, sondern wenn man möchte, bleibt dieser Kontakt erhalten. Immer mal wieder fragen die Mädels nach unserem Ray und freuen sich ebenfalls über die Entwicklung! Ja, er hat den Namen behalten, wie sollten wir ihn nennen? Sir Lanzelot, weil er das Beinchen immer so hochhielt? Nein, er wurde dort vor Ort so genannt, die Tierschützer haben sich sicherlich etwas dabei gedacht… Also lassen wir ihm den Namen, denn er passt super! Sie suchen eine Orga, bei der Sie helfen und unterstützen können, auch wenn Sie nicht selber ein Tier retten können? Dann sind Sie hier genau richtig! Wir haben in der Zwischenzeit auch wieder an dieser Orga etwas Geld gespendet, einfach weil wir wissen, wohin das Geld fließt, weil es transparent ist und man immer auf dem Laufenden gehalten wird, was mit dem Geld und den Spenden passiert!

Mädels, von Euch müsste es noch viele mehr geben, dann wäre die Welt noch viel schöner!!

   (bitte klicken um die Fotos zu vergrössern)
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"Es war einmal ein alter Mann, der jeden Morgen einen Spaziergang am Meeresstrand machte. Eines Tages sah er einen kleinen Jungen, der vorsichtig etwas aufhob und ins Meer warf.

Er rief: "Guten Morgen, was machst Du da?" Der Junge richtete sich auf und antwortete: "Ich werfe Seesterne ins Meer zurück. Es ist Ebbe, und die Sonne brennt herunter. Wenn ich es nicht tue, dann sterben sie." "Aber, junger Mann", erwiderte der alte Mann, "ist dir eigentlich klar, dass hier Kilometer um Kilometer Strand ist. Und überall liegen Seesterne. Du kannst unmöglich alle retten, das macht doch keinen Sinn."

Der Junge hörte höflich zu, bückte sich, nahm einen anderen Seestern auf und warf ihn lächelnd ins Meer.

"Aber für diesen macht es Sinn!"  
   
   
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